|
[Home] |
[Programm] |
[Grußworte] | [Pressenachrichten] | [Pressetext] | [Adressen] | [Impressum] | |
Pressetext / Presseinfos
9.September
2001
„Die im Dunkeln sieht
man nicht“-
Stationenwege zu
sozialen Brenn – und Hilfepunkten
Ratingen.
„Die Stadt
ins Gebet nehmen“, wollte Pfarrer Martin Letschert mit Stationenwegen durch
die Stadt Ratingen hin zu Menschen und Orten, die nicht zu den Gewinnern gehören
und nicht im Licht stehen. “Wir möchten deutlich hinschauen und uns diesen
Brennpunkten stellen, aber auch im Gebet Orte der Kraft dabei finden“.
Zusammen mit Jugendleiterin Bettina Borsch und Pfarrer Gerhard Pulla wurden
Rundgänge zu vier Themenbereichen erarbeitet: „Arbeitslosigkeit“, „Dunkle
Geschichte“, „Fremdsein/Flüchtlinge“ und „Wo die Hilfe ein Zuhause
hat“. Rund 30 Menschen fanden sich täglich an der Stadtkirche ein, um diese
Wege gemeinsam zu gehen. „Die Stationenwege gehörten zu den nachdenklichen
Veranstaltungen auf dem 1. Ökumenischen Ratinger Kirchentag. Nachdenklich
setzten sich Menschen mit der dunklen Geschichte von Ratingen auseinander. Die
heutige Anne-Frank-Schule in der Mühlheimer Straße diente den Nazis ab 1943
als Staatspolizeileitstelle. Hier wurden inhaftierte Männer und Frauen, viele
von ihnen osteuropäische Zwangsarbeiter geschlagen, gefoltert, erschossen.
Schweigend gedachte die Gruppe der Opfer und vergewisserte sich auch heute für
Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Der Rundgang
endete an der Pfarrkirche St. Peter und Paul, an der Skulptur für die
ermordeten Zwangsarbeiter. „Das Kirchengebäude erinnert uns daran, daß die
Quellen der Kraft nur fließen können, wenn wir uns unserer Geschichte stellen
und das Dunkel von Ungerechtigkeit und Leid nicht ausblenden“, erklärte
Pfarrer Martin Letschert. Beim Abschluß in der evangelischen Stadtkirche wurde
als Zeichen der Stärkung Brot miteinander geteilt.