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 Pressetext / Presseinfos                  

9. September 2001

 

 

Pressemitteilung

Mit der Bergpredigt kann man Politik machen-

Höhn will christliche Werte im Alltag glaubwürdig leben

 

Ratingen.

 

Bärbel Höhn, Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW widerlegte ich ihrer Bibelarbeit den von Bismarck und anderen Politikern immer wieder zitierten Satz: „Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen“.  Im Gegenteil: Höhn zeigte in ihrer Interpretation der Seligpreisungen Konsequenzen für das glaubwürdige Zusammenleben der Menschen im Alltag auf, die sehr wohl eine politische Bedeutung haben.

Höhn war vom Organisationsteam des 1. Ökumenischen Ratingen Kirchentages als Bibelarbeiterin eingeladen worden, um aus nicht-kirchlicher Sicht, mit den Augen einer Politikerin, den Text der Bergpredigt auszulegen. „Ich bin eine Frau der Praxis und Basis, ich stehe zu den christlichen Grundwerten und aus der Warte habe ich auch die Begriffe der Bergpredigt wie Gerechtigkeit, Sanftmut, Frieden, Reines Herz, Solidarität und Bekämpfung der Armut interpretiert“.

Ganz persönlich habe die Auseinandersetzung mit dem Text bei ihr viel bewirkt: die letzten 15 Jahre ihres Politikerinnendaseins habe sie mit der Bergpredigt hinterfragt. Höhn sah es als eine große Herausforderung an, diesen 2000 Jahren alten Text auszulegen. „Es ist eine hervorragende, revolutionäre Botschaft und eine bis heute gültige Vision Jesu“. Mit der 4. Seligpreisung „Selig sind die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“, legte Höhn den Begriff der Gerechtigkeit aus. „Jeder hat dasselbe Recht zu leben. Das heißt für mich den Lebensstandard der Menschen im Süden zu steigern, und für uns hier, sorgsam mit den Ressourcen umzugehen, ohne die Erde zugrunde zu richten. Als Beispiel für mehr Gerechtigkeit weltweit brachte sie die Initiative „wir handeln fair.nrw“ ins Spiel, die sie auch als Ministerin für die Eine-Welt-Politik auf den Weg gebracht hat. Viele Eine-Welt-Gruppen auch im kirchlichen Bereich unterstützen Projekte für fair-gehandelte Lebensmittel.

Die Frage der Zukunft verband Höhn mit der Seligpreisung über die Sanftmütigen. „Auch wenn es so zu sein scheint wie es ein Spiegel-Leser formulierte: „Selig sind die Sanftmütigen, doch die Tollwütigen stehen im Grundbuch“, so muss gerade die Wirtschaft den Sanftmütigen das Zepter überlassen. „Die Sanftmütigen sind die, die langfristig, nachhaltig denken und mehr sehen als den wirtschaftlichen Gewinn“.  Die Seligpreisung über die Menschen reinen Herzens habe sie auch sehr bewußt auf sich selber bezogen. „Kann ich in den Spiegel schauen, lebe ich glaubwürdig, handle ich so wie ich rede?“ fragte sich die Politikerin. Jesus habe die Menschen überzeugt, er sei Vorbild gewesen in Klarheit und Transparenz. Heute sei es unsere Aufgabe mit den christlichen Werten der Bergpredigt glaubwürdig zu leben „unseren Part dazu zu tun“. Das heißt konkret: anderen zu helfen, Mißstände zu beseitigen, Verantwortung zu übernehmen, die Schöpfung zu bewahren.  „Wenn das, was wir vorleben, überzeugend ist, geben wir den Wert des Lebens glaubwürdig weiter. Daran werden wir uns dann auch messen lassen müssen“. Den rund 350 Zuhörern im Stadttheater gab Höhn viele Impulse, Glauben und Alltag miteinander zu verbinden. Musikalisch rundete der PaterNoster Gospelchor aus Düsseldorf mit schwungvollen Gospeln den Abend ab.