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Ratinger Wochenblatt vom 26.07.2001:

 

Ratingen. "Ihr seid das Salz der Erde" lautet ein Jesus‑Wort, womit gesagt wird, dass Christen eine besondere Ver­antwortung für die Gesellschaft haben. "Das Salz der Stadt" heißt daher das Motto des ersten Ökumenischen Kirchentages in Ratingen, denn auch hier soll demonstriert werden, wie Christen Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Der Kirchentag ist eine Veranstaltung zum Stadtjubiläum. Genauer gesagt sind es mehrere Kirchentage, denn die Veranstaltung läuft vom 5. bis 9. September. Ist zwar noch ein Weilchen hin, aber die Vorbereitungen laufen jetzt schon auf Hochtouren wie bei einem Pressegespräch zu erfahren war.

 

Die Idee zum ökumenischen Kirchentag wurde auf einem Neujahrsempfang 1999 geboren. 2003 soll nämlich ein bundesweiter ökumenischer Kirchentag in Berlin stattfinden. In Ratingen wollte man diese Idee aufgreifen. Zudem wurden ja auch die Kirchengemeinden nach einem Beitrag zum Stadtjubiläum 2001 gebeten. So wurde entschieden, den Kirchentag in Ratingen schon in diesem Jahr zu veranstalten. Beteiligt sind die evangelische und katholische Kirche sowie die evangelisch-frei­kirchliche Gemeinde Ratingen. 


 

Es geht nämlich um Ökumene. Und die wird in Ratingen durchaus schon jetzt gut gepflegt. Besonders enge Beziehungen pflegen die evangelische Innenstadtgemeinde und die katholische Pfarre St. Peter und Paul. Schließlich musste die Pfarre  St. Peter und Paul zwei Jahre lang in die evangelische Stadtkirche ausweichen, als das eigene Gotteshaus renoviert wurde. "Die Kontakte, die sich damals ergeben haben, werden heute noch gepflegt. "So findet die Palmweihe am Palmsonntag jetzt stets in der evangelischen Kirche statt", erläuterte Anne Billion, Pastoralreferentin der Kirchengemeinde St. Peter und Paul. 

 

Es geht aber nicht nur um die ökumenischen Kontakte in der Innenstadt. Beim Kirchentag sollen auch die Stadtteile eng einbezogen werden. "Alle Gemeinden und alle Konfessionen sollen zusammenkommen", sagte Norbert Kursch, Pfarrer der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. So gibt es denn auch im Rahmen des Kirchentages am 6. September einen "Abend der Ökumene vor Ort", an dem die Gemeindezentren in den Stadtteilen zum Treffpunkt für alle werden sollen.  

 

Doch das geht schon ins Detail der Veranstaltungen, Pastor Dr. Gert-Ulrich Brinkmann von der evangelischen Innenstadtgemeinde hingegen äußerte sich beim Pressegespräch auch zum Hintergrund des Kirchentages. Er verwies noch einmal auf das Motto und erklärte: "Wir wollen zeigen, was die Kirchen für Ratingen tun. Es seien nicht Dogmen und Lehrsätze, die an den betreffenden Tagen wichtig seien, sondern die Menschen. "Ihr vielfältiger Einsatz für die Stadt soll im Mittelpunkt stehen." Dementsprechend viele Menschen sind auch beteiligt. Die Zahl der ehrenamtlichen Kräfte, die im Hintergrund an der Vorbereitungen beteiligt sind oder sich aktiv an den Veranstaltungen beteiligen, schätzt Dr. Brinkmann auf bis zu 1000.  


Es gab beim Pressegespräch aber auch Details über einige einzelne Veranstaltungen zu erfahren. Pastor Frank Schulte von der evangelischen Innenstadtgemeinde wies auf zwei besondere Highlights hin: Die Kirchenmeile und die Bibelarbeit mit Bärbel Höhn Die Kirchenmeile am 8. September kann als zentrale Veranstaltung des Kirchentages gelten. „An über 40 Ständen stellen sich Gruppen, Initiativen und kirchliche Einrichtungen in der City vor“, kündigte Pastor Schulte an. "Gerade hier kann man sehen, wie viel die Kirche für die Stadt tut."


Es ist schon Tradition auf den "großen" Kirchentagen, dass prominente Politiker eingeladen werden, ihre Deutung zentraler Bibelstellen zu geben. Diesem Beispiel folgt man auch in Ratingen und hat Bärbel Höhn, Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, zum Kirchentag eingeladen. Sie wird am 7. September hier im Stadttheater über die Seligpreisungen der Bergpredigt (Mätthäus 5) sprechen. "Bärbel  Höhn wird sich anschließend auch den Fragen der Zuhörer stellten", betonte Frank Schulte.  


Alles weitere zum Programm des Kirchentages folgt zu gegebener Zeit im Wochenblatt.


                                                                                                                    mp