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Beschwingter Auftakt zum Ratinger Kirchentag / Eine überfüllte Hauptkirche und neue Ideen
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Von ANDREA KIRCHNER
RATINGEN. "Salz der Stadt zu sein bedeutet, die Stadt ins Gebet zu nehmen, zu den Bedürftigen zu gehen und ihnen neue Hoffnung und
Perspektiven zu geben", sagte Pfarrer Martin Letschert in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst der ersten ökumenischen
Ratinger Kirchentage. "Salz der Stadt zu sein erfordert Wachsamkeit und Hinsehen. Man muss auch die Menschen im Blick haben, die nicht im Licht stehen." Was die Kirchen in diesem Bereich für die Stadt tun, das soll beim
Kirchentag an die Öffentlichkeit getragen werden. Kreisdechant Werner Oermann: "Wir können nur Salz für die Stadt sein, wenn wir uns den Winden aussetzen und
uns nicht hinter den Kirchenmauern verstecken."
das Interesse der Bevölkerung scheint groß: Bis auf den letzten Platz war die Kirche St Peter und Paul mit Gläubigen der katholischen, evangelischen und freikirchlichen Gemeinden gefüllt. Diejenigen, die keinen Sitzplatz fanden, blieben in den Gängen stehen. Letschert: "Mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet. " Zelebriert wurde der stimmungsvolle Eröffnungsgottesdienst vom Vorbereitungsteam der Kirchentage: Pfarrer Martin Letschert, Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann und Pastor Frank Schulte von der evangelischen Kirchengemeinde, sowie Anne Billion, Pastoralreferentin der Gemeinde St. Peter und Paul, und Norbert Kursch von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Mit einem bunten Programm ging es weiter. Auf der Bühne wechselten Musik und Theater mit Interviews mit verschiedenen Kirchenvertretern und Bürgermeister Wolfgang Diedrich. Der hob vor allem die Bedeutung der sozialen Arbeit der Kirchen hervor: "In den kommenden Tagen wird deutlich, wie viel gute Arbeit die Kirchen vor Ort machen. Die Stadt könnte das alles gar nicht leisten." Dass die soziale Arbeit in der Stadt von der Ökumene geprägt werde, betonte . Superintendent Günter Arnold: "Die Ökumene muss vor Ort wachsen, ich denke, wir sind hier Vorbild für den bundesweiten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin." Und Kreisdechant Oermann schlug vor: "Als Zeichen für die funktionierende Ökumene in der Stadt sollten wir nicht mit getrennten Bussen nach Berlin fahren, sondern die Fahrt gemeinsam organisieren."
Verschiedene Gruppen aus der Ratinger Kulturszene sorgten für die gute
Unterhaltung der zahlreichen Besucher. Vor allem die Theatergruppe "ganz anders" unter der Leitung von Werner Geschwandtner, Jugendleiter der Kirchengemeinde West, begeisterte
mit "Sven und Murat", einer "voll krassen Bubengeschichte" nach dein Vorbild von Wilhelm Buschs "Max und Moritz". Kurzweiliges mit ernstem Hintergrund bot auch die Theatergruppe Rolf Berg mit ihrem selbst
verfassten Stück "Wir sind das Salz - oder?". Für die musikalische Unterhaltung sorgten das
Männerquartett "Waschkraft" aus Lintorf, der Gospelchor Hösel, die Gruppe "singing westside", der Singkreis
Aufwind und die Kantorei der Evangelischen Stadtkirche,
"Das war ein beschwingter Auftakt", freute sich Pfarrer Letschert
über den gelungenen Abend, während auf der Bühne das Programm mit Frank
Düppenbekker an der Trompete und Martin Hanke am Klavier stimmungsvoll
ausklang.