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 Rheinische Post vom 10.09.2001 - Lokalteil Ratingen
In ihrem Gastvortrag zum Kirchentag sprach Landes-Umweltministerin Bärbel Höhn über die Bergpredigt.

RATINGEN. Am Freitag Abend war Landes-Umweltministerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen) Gast des Kirchentages. "Der Kontakt ist über ihren persönlichen Referenten entstanden", sagte Diemut Meyer, Pressereferentin der evangelischen Kirche im Kirchenkreis. So habe man die Ministerin eingeladen, im Rahmen des Kirchentages die Seligpreisungen der Bergpredigt zu interpretieren Um keine falschen Erwartungen zu schüren, erklärte Bärbel Höhn zu Beginn, dass sie den Bibeltext aus Sicht als Politikerin vorbereitet habe. "Selig sind die Friedfertigen" - dieses Wort stellte die Ministerin ins Zentrum ihrer engagierten Betrachtungen und bezog es auf den Nato-Einsatz im Kosovo: "Es gab damals eine Spirale der Gewalt, ähnlich wie heute in Israel. Denn wer verhandelt, erscheint schwach und nur derjenige, der Bomber schickt, handelt. Doch wer erfolglos bombt, erscheint ebenfalls schwach und nur wer dann Bodentruppen schickt, handelt. Und wenn man nur begrenzt Bodentruppen einsetzt, erscheint man hilflos. Nur wer nach Belgrad marschiert und Milosevic absetzt, der handelt."
Die aktuelle Situation in Mazedonien sei allerdings eine ganz andere, dort sei man auf dem richtigen Weg, erklärte die Ministerin die Zustimmung der Grünen zu diesem Bundeswehreinsatz. "Aber der Einsatz in Mazedonien ist schwierig. Einerseits ist die Methode gut, zunächst Waffen einzusammeln, dann den Menschen mehr Rechte zu geben, dann wieder Waffen einzusammeln und so weiter. " Dennoch bleibe aber die bange Frage, ob dies alles nicht nur symbolisch geschehe und die deutschen Soldaten sich nicht plötzlich mitten in einem Bürgerkrieg wiederfänden.
Gegen Ende der Diskussion mahnte sie noch einmal, dass man über Europa nicht den Rest der Welt vergessen, solle. "Wir haben zwar jetzt seit über 50 Jahren Frieden, etwas ganz Besonderes gerade in Mitteleuropa." Man müsse aber jetzt alles tun was man kann, um die Situation auch außerhalb Europas zu verbessern.                                                                                                                                                                                 sado