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| Ein Wochenende im Zeichen der Ökumene |
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| Von ANDREA KIRCHNER | Mitarbeiter der Diakonie hatten sich zur
Suppenausgabe am Stand in historische Gewänder gehüllt.
RP-Fotos Achim Blazy |
RATINGEN. Kirche in Ratingen ist lebendig, bunt und vielfältig. Das zeigte die Kirchenmeile am Samstag in der Innenstadt. An über 40'Ständen präsentierten Gemeinden und Einrichtungen ihr~ Arbeit - gemäß dem Motto: "Das Salz der Stadt". Wie die Zukunft d6r Kirche aussieht, ob Kirche sich wandeln muss, um zukunftsfähig zu sein, darüber diskutierte eine Podiumsrunde am Samstag Nachmittag. Tags zuvor war Landes-Umweltministerin Höhn zu Gast. Ihr Thema: die Bergpredigt.
"Ich finde es toll, was die Kirchen hier auf die Beine gestellt haben",
sagte Jutta Keulerts. Sie war gemeinsam mit ihrem Sohn Bastian gekommen , denn der singt im Kinderchor "Ekbatana" der Gemeinde Herz Jesu und hatte am Samstag einen Auftritt am Stand der Gemeinde auf der Kirchenmeile. Musik gab es aber nicht nur vom Kinderchor. An einer anderen Ecke tönte
Dudelsackmusik durch die Straße, etwas weiter zeigte ein Gemshornkreis sein Können. An den Ständen entlang der Straße zeigten Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen wie Diakonie und der
Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) was sie an sozialer Arbeit für die Stadt
leisten.
Kulinarisches gab es bei der Suppenküche und der Statt-Schänke der Diakonie. In historischen Kostümen
schenkten Mitarbeiter Suppe und Ge-
tränke wie "Gaukler-Nektar" oder "Hexenblut" aus. Auch für die Kleinen
war einiges geboten. Bungee-Run oder selbstgemachte Buttons ab es an den
gemeinsamen Ständen von evangelischer und katholischer Jugend. Straßentheater,
Eine-Welt-Verkaufsstände und Kirchenführungen waren weitere Highlights für, die
zahlreichen Besucher, die sich auch durch das wechselhafte Wetter nicht abschrecken
ließen, Und aus dem katholischen und evangelischen Familienbildungswerk wurde auf der
Kirchenmeile kurzer Hand ein Ökumenisches."Hier wird die Vielfalt der Kirchen deutlich", freute sich Anne
Billion, Pastoralreferntin der Gemeinde Peter und Paul über den Erfolg der Kirchenmeile. "Ich hoffe, dass wir so
auch Menschen erreichen konnten, die mit der Kirche nichts mehr zu tun
haben."
Das Verhältnis der Kirche zu den Menschen heute war Thema der Podiumsdiskussion am Nachmittag in den
Räumen der freikirchlichen Gemeinde. Auf, dem Podium hatten Theologen, engagierte Laien und
Projektleiter aus den Gemeinden Platz genommen. Viele Aspekte kamen zur Sprache: Kirche und Jugend, Zukunft der
Ökumene und die provokante Frage, ob und wozu Kirche noch gebraucht wird. "Hier würde ich mir wünschen,
dass wir irgendwann sogar das Abendmahl gemeinsam feiern können", wagte
Günter Arnold, Superintendent der evangelischen Kirche im Rheinland einen
Vorstoß in Richtung Zusammengehen. Damit stieß er bei den Vertretern der katholischen
Kirche auf Widerstand. "Das kann ich nicht machen", sagte Kreisdechant Werner
Oermann. Man kann nicht alles zusammenschmeißen, dann fühlt sich der Einzelne in seinem Glauben
nicht mehr ernst genommen", meinte auch Ludwin Seiwert, Pfarrer der Kirchengemeinden West und
Tiefenbroich und Initiator des Glaubensforums West. "Wichtig ist viel mehr, über den eigenen Kirchturm und auch
über die eigene Konfession hinauszublicken und sich zu fragen, was Jesus
gewollt hat. Die Unterschiede in den Glaubensrichtungen müssen aber respektiert werden."