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 Der Weg vom 02.09.2001 - Düsseldorf-Mettmann
Das Organisationsteam Pastor Norbert Kursch, Pastor Frank Schulte, Pastoralreferentin Anne Billion und Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann bei der Plakat-Präsentation.

RATINGEN - Zum ersten Mal findet in Ratingen ein Stadt-Kirchentag statt. Eingebettet in den 725-Jahr Feierlichkeiten der Stadt organisieren die evangelischen, katholischen und freikirchlichen Gemeinden gemeinsam das ökumenische Fest (DER WEG berichtete). Mit dem Motto "Das Salz der Stadt" wollen sie gemeinsam ihren Auf trag, ihre Rolle und das Profil kirchlicher Arbeit in der Stadt deutlich machen.
Für das Organisationsteam - Pastoralreferentin Anne Billion, Pastor Norbert Kursch, Pastor Frank Schulte und Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann - ist das Motto mehr eine Ziel- als eine Zustandsbeschreibung. Dem Wort Jesu Ihr seid das Salz der Erde" entlehnt, soll es ein Zuspruch an die Mitmenschen sein: Weil ihr von Gott geliebte Menschen seid, könnt ihr anderen diese Liebe weitergeben.
"Die vielen Veranstaltungen des Kirchentages dienen dem Ziel, auf die Quelle unserer Kraft, auf Gottes Liebe, hinzuweisen und zu ermuntern, diese Liebe im eigenen Lebensumfeld zur Entfaltung zu bringen. So werden Christen und Christinnen Salz der Stadt", erklärt Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann: "Darum stehen am Anfang und am Ende des Kirchentages Gottesdienste, in denen wir uns Mut zusprechen lassen möchten."
Unter anderem mit einer Bibelarbeit und einer Podiumsdiskussion soll der Frage nachgegangen werden, welche Aufgabe Christen heute in einer zivilen Gesellschaft haben. Ökumenische Begegnungen stehen dabei immer im Mittelpunkt. Besonders hervorgehoben wird der Aspekt durch die Einladung zu einem "Abend der Ökumene" vor Ort.
Die ökumenische Ausrichtung betrachtet Brinkmann als besonders wichtig: Da die Ökumene vor Ort gut laufe, soll dieses auch in die Stadtteilen ausstrahlen. Wenn sich Christen verschiedener Konfessionen treffen, würden sie schnell merken, dass sie viel mehr miteinander unternehmen können.
Aber auch. der kulturelle Beitrag kommt nicht zu kurz: Zu sehen sind die Ausstellung "Macht hoch die Tür" im Stadtmuseum, Grabenstraße, mit Kinderzeichnungen von jüdischen Schulen (1934-1941) und die Bibelausstellung in der Stadtmission, Am alten Steinhaus.

Kirchenmusik ist ein Wichtiger Bestandteil des Kirchentages

Außerdem fehlt auch die Musik nicht. Weit über 1000 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen kommen in den Gemeinden zusammen, um in Chören, in Posaunenchören, Flötenkreisen, Bands und vielen anderen Gruppen gemeinsam zu musizieren. "Auch diese Gruppen sind Salz unserer Gemeinden, Salz unserer Stadt. Sie würzen das Leben in unseren Gemeinden im Gottesdienst und bei vielen anderen Gelegenheiten und natürlich auch den Ökumenischen Ratinger Kirchentag", sagt Martin Hanke, Kreiskantor und Kirchenmusiker in Ratingen-West.
Die zwei Rahmen-Gottesdienste sind auch hier Eckpunkte. Der Eröffnungsgottesdienst steht in der Tradition der klassischen Kirchenmusik, der Abschlussgottesdienst wird ganz im Stil der populären Kirchentagslieder ausgestaltet.
Als besondere Höhepunkte stellt Frank Schulte zwei Ereignisse heraus: die Bibelarbeit mit Ministerin Bärbel Höhn und die Kirchenmeile.
Die Organisatoren sind stolz, Höhn für die Bibelarbeitgewonnen zu haben. Von vornherein war ihnen wichtig, eine Frau für diese Arbeit zu finden, zu der ein lokaler Bezug besteht und die über ein aktuelles Thema sprechen kann. Die Vielfalt kirchlicher Gemeinden, Initiativen und Einrichtungen präsentiert sich auf der Meile, "die sich durch das Herz der Stadt zieht. Die einzelnen Gemeinden zeigen wie bunt die Kirche ist", so Schulte.
Dass der Kirchentag fünf Tage lang gefeiert werden kann, wurde möglich zum einen durch die finanzielle Unterstützung der Ratinger Kirchen- und Pfarrgemeinden und den Stadtwerken Ratingen.

Rund 1000 Ehrenamtliche sorgen für ein gutes Gelingen

Zum anderen durch die Hilfe von rund 1000 Ehrenamtlichen, wie Brinkmann stolz erwähnt. Schon in der Vorbereitung waren viele Ehrenamtliche aktiv, verteilten Flugblätter, plakatierten und organisierten die einzelnen Veranstaltungen. Während des Kirchentags helfen sie an den Ständen, bei der Durchführung des Programms und vieles mehr.
An St. Peter und Paul habe sich sogar eine "Gruppe 17" gebildet, erzählt Anne Billion, junge Erwachsene die als Gruppierung zur Verfügung stehe. Zwei von ihnen nehmen Urlaub, um an allen Tagen voll einsetzbar zu sein.
Aber auch Hauptamtliche wie die Jugendleiterin Andrea Laumen investieren ihre Freizeit in den Kirchentag. Laumen beispielsweise organisiert die Veranstaltungen für Kinder. Unter anderem hat sie dafür gesorgt, dass die Jungen und Mädchen aus den einzelnen Stadtgebieten abgeholt werden, um an den Angeboten in der Innenstadt teilnehmen zu können.
Aber auch das Organisationsteam wird wohl so die eine oder andere Stunde ehrenamtlich eingesetzt haben, bis der erste Ratinger Kirchentag das jetzige Format angenommen hat und mit einer Fülle von Angeboten Jung und Alt gleichermaßen anspricht.